Durch das Grau… ins Leben.

Gedichte und Texte jenseits der Sprachlosigkeit

Tania Pettersson zeichnet in den Kapiteln ihres Buches den Weg durch das Grau ins Leben nach. Vom ‘Moment der alles verändert’, ‘Am Grab’, ‘Stationen im Grau’, über den ‘Weg zum Ich’, ‘Jahre später’ und ‘Zwischenmenschliches’ trohnen am Ende die Kapitel ‘Leben’ und ‘Lieder’.

„Es soll dem Menschen Mut machen, zeigen, dass die Nacht und das Grau irgendwann vorbei sind. Dass Du nicht alleine bist, dass es anderen Menschen geht wie Dir.“

Mit ausdrucksvollen Bildern untermalt, gibt sie den unterschiedlichen Stationen, die ein Mensch auf dem Weg durch das Grau durchläuft, einfühlsam Raum und Namen, ohne dabei den Fokus auf das Leben zu verlieren.

“Manchmal siehst du keine Umrisse und keine Richtung mehr und möchtest am liebsten immer weiter in den Nebel hineingehen. Doch der Nebel wird sich auflösen und der Frühling wird kommen. Auch wenn Du ihn jetzt nicht sehen kannst.“

„Ich möchte die Menschen ermutigen, das Weinen nicht sterben zu lassen, sondern diesen lebendigen Ausdruck der Gefühle zuzulassen. Jedes Gefühl hat seine Berechtigung und seine Zeit. Wenn ich mir das zugestehe, kann ich vielleicht doch irgendwann loslassen. Loslassen von der Trauer und vom Kummer, wenn auch erst nur für kurze Momente.“

Durch das Grau ..ins Leben, Gedichte und Texte jenseits der Sprachlosigkeit. Erschienen im PETTERSSON-VERLAG, Butzbach im Juni 2013.

Fotografien Tania Pettersson, Lars Pettersson, Dennis Dörr, Marion Möckel

ISBN 978-3-00-042416-8

Durch das Grau, Tania Pettersson, ISBN 978-3-00-042416-8

Song zum Gedicht

Textauszug S.118 – Kapitel “Zwischenmenschliches”

“Man hat mich vergessen, denk ich manchmal, wenn das Leben um mich herum blüht und ich in meiner Stille versinke.

Man hat mich vergessen, denk ich, wenn die anderen Gemeinsamkeit leben und ich daneben steh’, allein.

Man hat vergessen, denk ich vorwurfsvoll, dass ich nicht lachen kann, dass die Trauer an mir zerrt und mich einschränkt wie eine Behinderung.

Ich hab’ vergessen, dass das Leben immer weiter fließt und nicht stehen bleibt bei mir und meinem Kummer, dass es mich zwingt, mich zu bewegen, damit ich nicht untergehe.

Ich hab’ vergessen, dass die, die mich lieben, an mich denken. Ich hab’ vergessen, dass Du immer bei mir bist, weil ich Dich nie vergessen werde.”

Nacktes Leben

Einladung zum Träumen, Lieben und Nachdenken

Der 12 Kapitel und 200 Seiten starke Gedichtband ist eine Einladung zum Träumen, Lieben und Nachdenken. Er liest sich wie ein Roman. Aus dem Vorwort von Manfred Weide:

“Welch seltenen Augenblicke, in denen geschriebene Wörter zum Spiegel der eigenen Seele werden, gleichsam einem Zustrom von ersehntem ‘Sich-wieder-finden’ und doch auch eine Entdecken von Unbekanntem. Dem Leser, der ja immer ein Suchender ist, der in den fremden Worten eine Gültigkeit für das eigene Leben aufspüren möchte, erscheint die Kunst des Schreibens dann als gelungen, wenn seine eigene gelebte Wahrheit davon berührt wird. Dem nackten Leben die Kälte nehmen, ihm Wärme einhauchen und es damit rund und menschlich gestalten – kein leichtes Unterfangen. Die spürbare Sensibilität in Wortwahl und Formgebung bringen dieses Bestreben mit einer Kraft zum Ausdruck, die Hoffnung schenkt.”

Nacktes Leben. Erschienen im PETTERSSON-VERLAG, Butzbach im November 1999.

Illustrationen Tania Pettersson, Lars Pettersson, Lydia Schmidt, Renate Nick, Jörg Löwe.

ISBN 3-00-005142-2

Auszüge

“Nicht verhüllt. Nicht vertuscht. Ohne Verkleidung. Pur. Nackt.

Schutzlos. Grausam ehrlich. Das Menschsein nur als Grenze,

nicht die ungezählten Regeln, die leeren.

Sich verlaufen im Dickicht der Bevormundung.

Sich verlieren in der Dunkelheit brav gelernter Ängste.

Sich zerreißen in der Kluft zwischen gestern und morgen und schließlich,

auf der Suche nach Leben, nach Echtem, Purem,

sich wiederfinden, im Fühlen, im unausweichlichen Jetzt,

im nackten Leben.”